Zucht / Breeding

Die Balz und Eiablage findet im Aquarium im Frühjahr oder Spätsommer statt. Im natürlichen Habitat wird eine Balz nur im Frühjahr beschrieben (Februar bis Mai) (Brandon 1970). Die Balz ähnelt der aller anderen Ambystomatiden. Die Weibchen heben ihre Schwänze und geben Pheromone ab, auf welche die Männchen mit einem typischen Balzverhalten reagieren. Diese schwimmen aufgeregt (mit stark geröteten Kiemen) durchs Becken und versuchen sich unter die Weibchen zu schieben. Damit erwecken sie den Eindruck, die Weibchen „herumzuschieben“.  

Die Männchen setzen im weiteren Verlauf Spermatophoren ab und versuchen die Weibchen in Richtung ihrer Spermatophoren zu schieben (Brandon 1970). Die Weibchen nehmen die Spermatophoren aktiv in ihre Kloake auf und zeigen sich im Anschluss weiterhin sehr aktiv. Sie schwimmen oftmals durch das Becken, z.T. mit sehr unnatürlich erscheinenden Körperhaltungen. Durch dieses Verhalten ermöglichen die Tiere die Befruchtung der im Körper liegenden Eier mit den aufgenommenen Spermien. Nach ca. 24-48 Stunden erfolgt die Eiablage. Das Weibchen klemmt die Kloake mittels ihrer Hinterfüße an Pflanzenstängel und weichere Blätter und drückt die Eier heraus, welche an den Pflanzen hängen bleiben. Teilweise werden einzelne Eier oder aber Eistränge abgelegt. Die Eier haben eine weißlich/mintfarbende Färbung ähnlich der Eier von Albinos oder Copper-farbenen Axolotl.

 Die Eier sollten zeitnah nach der Ablage aus dem Becken genommen werden, da sie sonst sehr schnell von anderen A. dumerilii gefressen werden oder aber durch das Verpilzen unbefruchteter Eier infiziert werden und absterben. Aus Eisträngen müssen daher lebensfähige nicht verpilzte Embryonen von unbefruchteten verpilzten Eiern getrennt werden, dabei dürfen die Eihüllen jedoch nicht beschädigt werden.

Bei einer Aufzuchttemperatur von ca. 20 Grad schlüpfen die Larven nach ca. 14 Tagen nahezu zeitgleich. Die geschlüpften Larven sind sehr klein (meist unter 10 mm) und sehr zart.

Nach etwa 24 Stunden öffnet sich die bis dahin verschlossene Maulspalte der Larven. Dann sollte kleinstes Lebendfutter wie frisch geschlüpfte Artemianauplien zur Verfügung stehen. Daphnien sind für frisch geschlüpfte Larven meist noch zu groß.

Nach ca. 3 Wochen sieht man schon Vorderbeinansätze und es kann auf größeres Lebendfutter wie kleine Enchyträen oder kleine roten Mückenlarven oder kleine Glanzwürmer umgestellt werden.

Nach 6-7 Wochen sieht man Hinterbeinansätze und die Tiere vertragen ab jetzt auch größeres Lebendfutter. 


Mit 2,5 Monaten sollten die Tiere eine Größe von ca. 6 cm erreicht haben. 


Ab dieser Größe man beginnen 3 mm Axolotl Pellets mittels Pinzette anzubieten. Lebendfutter wie Wasserschnecken und Friedfische werden nun auch gerne angenommen. Eine tägliche Fütterung sollte man bis zu einer Größe von  ca. 5 cm einhalten. Danach kann man bis 10 cm auch zwei Mal die Woche Futterpausen einlegen. Über 10 cm werden die Tiere nur noch drei Mal die Woche gefüttert und ab semiadulten Stadium nur noch zwei Mal die Woche.

Da junge A. dumerilii zu Kannibalismus neigen und sich nicht scheuen fast gleich große Artgenossen zu fressen, sollte man sie mit Beginn der Sichtbarkeit der Hinterbeine trennen und in Einzelboxen bei täglichem Wasserwechsel halten. Erst ab einer Größe über 14 cm kann man sie wieder miteinander vergesellschaften. Bissamputationen der Gliedmaßen passieren ab dieser Größe nur noch selten.

Probleme in der Aufzucht können Larven mit starken Koordinationsstörungen oder Tiere mit Osmosestörungen bereiten. Die Tiere mit Koordinationsstörungen legen das drehende (schraubige) Schwimmen auch mit dem Wachstum nicht ab. Obwohl sie auch Futter über Kopf aufnehmen können, versterben sie kurz nach Erreichen des adulten Stadiums. Daher sollte man solche Larven gleich bei Entwicklung solcher Koordinationsstörungen euthanasieren. 

Tiere mit Osmosestörungen entwickeln eine starke Wasseransammlung im Abdomen, welche im fortgeschrittenen Stadium (Anstauung großer Flüssigkeitsmengen) auch auf die Organe drückt. Die Tiere wachsen und fressen jedoch normal. 

Mehrmalige Punktionen in das Abdomen der Tiere zum Ablassen der Flüssigkeit kann hier Abhilfe schaffen. Mit ca. 10 cm normalisiert sich die Osmosetätigkeit und die Tiere ziehen kaum noch Wasser. Eventuell hat dies mit dem adaptierten Immunsystem der Tiere und der Nierentätigkeit im Wachstum zu tun. Die beschriebene Osmosestörung wird scheinbar nicht vererbt.

 

Alles über Ambystoma dumerilii